Pianos Become The Teeth

by Christoph

Ich kann mich nicht dran erinnern, wann hier die letzte CD Review erschienen ist, deswegen bekommt ihr jetzt Nachschub in Form von einer kleinen Review zur Pianos Become The Teeth Platte “The Lack Long After”

Touché Amoré haben mit einem gefeierten Werk vorgelegt, La Dispute sind mit ‘Wildlife’ grandios nachgezogen und nun kommen auch Pianos Become The Teeth um die Ecke und veröffentlichen mit ‘The Lack Long After’ den ‘Old Pride’ Nachfolger. Das sich im Vergleich zum Vorgänger einiges ändern wird hatte die Band bereits im Vorfeld angekündigt. Ein ‘Old Pride Part II’ war also nicht zu erwarten, doch wie schlägt sich das neue Werk im Vergleich zu ihren Kollegen?

Der packende und fesselnd atmosphärische Sound ist geblieben, doch zum Klang ist eine Menge Düsterheit hinzu gekommen. Alles wirkt noch dunkler und trauriger, wenn die Gitarren nach vorne treiben, den Hörer mitziehen und Sänger Kyle Durfey verzweifelt und doch mit soviel Wut im Magen ‘But I’ll Let You Resonate’ ins Mikro schreit. Dabei findet die Band in den komplexer gewordenen Songstrukturen immer wieder Pausen, um den Songs den nötigen Freiraum zu geben sich zu entfalten. Diese Momente, in denen der Gesang schweigt, zeigen dann auch ganz deutlich, dass Pianos Become The Teeth sich nicht nur mit traurigen und herzzerreißenden Themen beschäftigen, sondern es auch schaffen diese Stimmung musikalisch zu transportieren. ‘I’ll Be Damned’ eröffnet die Reise und ist auch sogleich einer der stärksten Songs auf der Platte. Hier kommt all das zusammen, was die Band ausmacht: Starke Melodien, ungebändigtes nach Vorne preschen, verzweifelt vorgetragenen Lyrics und immer dabei dieser atmosphärische und packende Sound. Auch ‘Good Times’ hält dieses hohe Niveau und kann mit einem gesanglich schönen Einstieg begeistern. Mit ‘Liquid Courage’ zeigt sich die Band von ihrer ruhigen Seiten, wenn nur leicht eingesetzte Drums und eine ruhige Gitarre den Gesang unterstützen. Hier ist dann auch der Höhepunkt der Traurigkeit erreicht und Gänsehaut vorprogrammiert. Am Ende steht das Post-Rock Stück ‘I’ll Get By’, das die Qualität dieser letzten 35 Minuten zementiert und einen wieder zurück ins Leben entlässt.

Im Laufe der Spielzeit schleicht sich zwar der ein oder andere Hänger ein, wenn manche Songabschnitte etwas zu beliebig daher kommen, doch das trübt den positiven Gesamteindruck nicht im geringsten. Pianos Become The Teeth sind wohl die emotionalste Band, die der Hardcore im Moment zu bieten hat und sie präsentieren mit ‘The Lack Long After’ acht Songs, die jedes Herz anzugreifen vermag. Der Vergleich mit La Dispute und Touché Amoré hinkt und es ist schwer, diese drei Bands in eine Waagschale zu werfen, haben Pianos Become The Teeth doch so wenig gemein mit selbigen. Sie präsentieren sich vielmehr als eigene Größe im wachsenden „The Wave“ Hype und haben mit diesem Album ein Bollwerk vorgelegt, an dem sich kommende Bands nun messen lassen müssen.

 

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