[Platte der Woche] Interpol – Antics

Sicherlich kommt meine Platte der Woche Review etwas verspätet, aber besser jetzt als nie. Letzte bzw. diese Woche war es die Platte “Antics” von Interpol, die mich begeistert hat. Nachdem ich die Editors schon eine ganze Weile gehört hatte, suchte ich neue Dinge, die in etwa in die gleiche Richtung gingen wie Editors. Ich wusste, dass es da die Band Interpol gab, aber was ich auf ihrem Myspace gehört hatte führte bei mir nicht gerade zu Begeisterungsstürmen. Doch da ich sowieso grade in Experimentierlaune war, kaufte ich mir ihre Platte “Antics”, da sie bei den Kritikern sehr gut abgeschnitten hatte und ich mir dachte: Wenn mich diese Platte nicht von der Band überzeugen kann, dann keine. Und sie hat es geschafft.
Interpol wollen nicht gleich auf Anhieb überzeugen. “Antics” entwickelt seine Qualitäten Stück für Stück und mit jedem Durchgang macht sich mehr Atmosphäre breit, zieht den Hörer tiefer in die dunkle Welt bis man schliesslich in dieses Album verliebt ist. Schon der Opener ist mit “Next Exit” perfekt gewählt, denn er fängt sehr langsam an, aber wird dann aber zu einem atmosphärischen Stück Musik, dass einen so schnell nicht mehr aus dem Ohr will. Nach dem Song geht es auf dem Album einmal kreuz und quer durch den Garten der Emotionen und wenn man „A Time To Be So Small“, das letzte Stück des Albums, gehört hat, dann hat man kaum eine andere Wahl als wieder zu „Next Exit“ zurückzugehen und eine weitere Runde „Antics“ zu drehen. Interpol haben einfach eine Tiefe, welche vielen ihrer Kollegen völlig fehlt.
Die Band agiert perfekt zusammen und jeder einzelen Riff, jeder einzelne Snareschlag soll genau da sein, wo er am Ende platziert wurde. Nichts klingt falsch, nichts klingt seltsam. Die Band schafft es einen transparenten, weichen Sound zu schaffen, bei welchem sich jedes einzelne Instrument klar abzeichnet und seinen eigenen Spielraum zur Entfaltung bekommen hat. Paul Banks hat eine unglaubliche Stimme, die mit Stolz trauern kann und trotzdem nie nach der Stimme eines gebrochnenen Mannes klingt, denn in jeder Silbe ist noch ein Fünkchen Stolz, das sich nicht unterkriegen lässt. Das alles zusammen macht die Band so gut und Antics so wunderbar. Die Band ist detailbesessen und das hört man an jedem einzelnen Song. Aber genau diese Detailliebe macht Antics zu einem nahzu perfektem Album, dass einen in die dunklen Ecken des Seins mitnimmt.





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